Waldmaus/Gelbhalsmaus

Waldmaus

Herkunft, Lebensweise, Aufzucht und Auswilderung

Die Waldmaus ist eine Säugetierart aus der Familie der Langschwanzmäuse und ist laut IUCN ungefährdet.

Ihren Lebensraum erstreckt über ganz Europa bis hin nach Kreta,- siehe Grafik.

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

 

Hingegen ihres Namens ist sie keine reine Waldart, als Pionierart und ihrer Anpassungsfähigkeit lebt sie auch in Gebüschstreifen an Feldern, Hecken, Brachen und an Gewässerufern. Man findet sie nicht nur in der Strauch,-und Krautschicht, sondern auch in Getreidefelder oder Totholz. Dort legt sie unterirdische, sowie manchmal auch oberirdische Bauten an. Ihre unterirdischen Bauten sind meist nicht tief und erreichen eine Länge von 2-3 Meter mit mehreren versteckten Eingängen. Oberirdisch können auch Vogelnester überbaut werden. Waldmäuse wandern ab Frühjahr und kehren meist im Herbst zurück. Im Winter bevorzugt sie menschliche Behausungen, diese werden allerdings zum spätestens zum Sommer hin, wieder verlassen.

 

 

Waldmäuse sind Allesfresser, sie ernähren sich von Samen, Saaten, Wurzeln, Kräutern, Gräsern, gezielt Moose, im Herbst verstärkt Eicheln und Bucheckern und im Frühjahr max. 20 Prozent tierische Kost, in Form von Insekten oder Schnecken und Würmern.

 

 

Achtung! Sollten Waldmauswelpen gefunden werden, eine Rückführung zum Muttertier ist gescheitert und eine Wildtierauffangstation ist nicht erreichbar, sind hier ein paar Hinweise für den Notfall! Bitte geben Sie die Tiere in erfahrene Hände. So süss sie auch sind, Wildtiere sind keine Haustiere und benötigen meist tierärztliche Versorgung und kompetente Aufzuchtstellen!

Wärme! Erstmal muss das Tier gewärmt werden, nicht füttern, solange es unterkühlt ist, es kann nicht verdauen!

Setz das Tier in zB. eine Schachtel mit Handtücher/Küchentücher und Kirschkernkissen/Warmflasche. Kein Rotlicht! Dieses trocknet den kleinen Körper aus!

Wenn das Tier warm ist, erstmal Honigwasser oder Traubenzuckerwasser, erst nach einigen Stunden verdünnte Aufzuchtsmilch. KEINE KUHMILCH, SOJAMILCH, KONDENSMILCH

Wenn es dehydriert ist kann man alle 10 min ein paar Tropfen Elektrolyt-Lösung auf die Lippe tröpfeln. (halben TL Salz, 3 TL Traubenzucker in 5dl abgekochten Wasser auflösen o. Normolytarol in der Apotheke) aber erst wenn das Tier warm ist!

Für die Aufzucht am besten eine Pipette, (1ml Spritze aus der Apotheke, Pipette von Nasen Tropfen,gesäubert, einen Pinsel oder Schwamm) die Nahrung tropfenweise zu verabreichen, an dem die Tiere saugen können, keine Kuhmilch, Sojamilch,Menschenprodukte,Katzenmilch sondern Aufzuchtsmilch zB. Royal Canin vom Tierarzt oder Zooladen.  Aufzuchtmilch bitte im Verhältnis 1 : 2 an, also einen gestrichenen Esslöffel Aufzuchtpulver und zwei Esslöffel Fencheltee. Gut für die Verdauung und Umstellung der Aufzuchtsmilch!  Wichtig ist, das keine Milch in die Nase gelangen darf, es kann zu einer Lungenentzündung kommen, die die Kleinen, auf Grund eines schwachen Immunsystems meist nicht überstehen. Ab 40 Grad zersetzt sich das Eiweiß, also die Milch nicht zu heiß anrühren, nicht in der Mikrowelle, da zersetzen sich wichtige Nährstoffe!
Bei Durchfall Stullmisan oder Bene Bac in die Aufzuchtsmilch.
Bei Blähbauch Aufzuchtsmilch verdünnen und Sab Simplex (Apotheke)

Füttern alle 2 Stunden, auch nachts!

Nach jeder Fütterung Bäuchlein massieren, (Uhrzeigersinn) zwecks Urin/Kotstimulation/Verdauung zB..mit feuchten Wattestäbchen.

Auswilderung und (Übergangs)Haltung! 

Waldmäuse sind teils Einzelgänger, leben in Gruppen, Gemeinschaften oder Reviere überlappen sich. Eine Waldmaus kann auch alleine in die Freiheit! Sie überwintern aber in der Natur meist gemeinsam! Bis Oktober können die Kleinen, je nach Gebiet, Nahrungsangebot und Witterungsverhältnisse ausgewildert werden.

Sobald die Kleinen entwöhnt sind,(meist säugt die Waldmausmutter die Jungen bis zur dritten Woche, geht mit ihnen auf Nahrungssuche und ab der 10-12 Woche sind sie selbstverständig.) können die Kleinen in ihr Gehege. Dieses sollte möglichst naturnah eingerichtet sein.

Einstreu kann notfalls Kleintierstreu, gemischt mit Küchenpapier und Heu sein, ich bevorzuge allerdings Rindenmulch, Erde mit Laub, Gräsern, Totholz, Wurzeln, Steinen und Äste.

Ganz wichtig ist, das kein Futternapf angeboten wird, sondern das Futter im Gehege verteilt wird, damit sie von Anfang an lernt, ihre Nahrung zu sammeln. Ein Wassernapf sollte angeboten werden. Als Trockenfutter eignen sich Kleinsaaten. Eine Mischung aus Wellensittich,- und Exotenfutter, die durch Wild,- und Unkrautsamen ergänzt werden. Zusätzlich Hafer, Weizen, Gerste, Kürbiskerne, Trockengemüse und getrocknete Kräuter. Regelmäßig tierisches Eiweiß in Form von Insekten (bedenkt, daß getrocknete Insekten kaum Nährstoffe enthalten) und gerne auch Frischfutter, zB. Beeren, Fallobst usw. Das was sie in freier Wildbahn auch findet. Beachtet, das das Tier alleine sein muss, ohne Kontakt zu Menschen oder Haustieren!

Ab der 10 Woche dürfen die Welpen zurück in die Natur. Bevor sie allerdings ausgewildert werden, müssen sie scheu genug sein und vor fremden Geräuschen flüchten. Sie sollten gesund sein und selbstständig Futter sammeln können. Das Gehege der Welpen sollte dementsprechend, ab Entwöhnung, in einem Raum stehen, wo keine anderen Haustiere oder Menschen Zugang haben!

Suchen Sie draussen ein Plätzchen aus, wo es frisches Wasser, sowie ein breites Nahrungsangebot gibt. Einen Ort mit vielen Versteckmöglichkeiten, abseits von Wegen und Hunden und gutem Wetter.

Beginnen sie ein paar Tage vor der Auswilderung dort das Einstreu der Waldmäuse zu verteilen. So haben sie ihren gewohnten Geruch und andere Waldmäuse wissen, das dort neue Nachbarn sind.

Wenn Sie die Findlinge verlassen, bieten Sie ihnen den ersten Tagen etwas Futter an. So ist der Start in ein neues Leben einfacher.

https://youtu.be/8JrkhKyT_k8

Hannover/Harz