Waschbär

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Waschbär

Herkunft, Haltung, Ernährung

Der Nordamerikanische Waschbär ist ein Säugetier und gehört zu der Familie der Kleinbären. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist er als Neozoon auch in Europa vertreten. Es wird vermutet das er aus Pelzfarmen befreit wurde oder ausgebrochen ist. 1934 gab es in Deutschland ca. 320 Betriebe, die Waschbären züchteten. Wie er nun „heimisch“ wurde, ist ungewiss und es „spalten sich die Gemüter“.

Seit 2016 ist er nun auf der Liste der gebietsfremden Arten . Dies bedeutet u.a. ein Verbot der Haltung, Handel und Zucht.Achtung: Waschbären, die bereits vor August 2016 in Gefangenschaft lebten haben Bestandsschutz. Wer Interesse an der Haltung von Waschbären hat, kontaktiert vorher das zuständige Veterinäramt, sowie die zuständige unterer Naturschutzbehörde. 

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Waschbären sind sehr soziale Tiere und nicht, wie früher behauptet, Einzelgänger. Rüden leben in der Natur in Koalitionen und auch die Streifgebiete der Weibchen überlappen sich stark. Dementsprechend sollten Waschbären mindestens zu zweit gehalten werden. Ohne Spielkameraden vereinsamen sie recht schnell.

Ob zwei Fähen, zwei Rüden oder gemischtgeschlechtlich, da scheiden sich die Geister. Rüden werden meist umgänglicher, können aber auch ein verstärktes Revierverhalten zeigen. Wichtig ist es die Tiere zu kastrieren! Ist es durch die EU-Liste der invasiven Arten Pflicht, um eine Fortpflanzung zu verhindern und nach der Geschlechtsreife, können die Tiere zum Teil sehr aggressiv werden.

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Zu groß gibt es nicht, die Mindestmaße für ein Gehege sind 30m2 bzw. 90m3.

Waschbären sind Ausbruchsküstler und finden schnell Schwachstellen im Gehege. Es empfiehlt sich, eine nach oben hin, geschlossene Anlage. Nach unten es ebenfalls gesichert sein. Am Besten mit mindestens 50 cm tiefen, im Erdboden eingebrachten, Draht.

Das Wichtigste im einem Waschbärgehege ist das Badebecken, zB. Fertigteiche oder ein betoniertes Becken mit Abfluss.

Ansonsten kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Viele Klettermöglichkeiten in Form von dicken Ästen und Baumstämmen, Hängematten, Klettertürme oder lebenden Bäumen, dies gilt auch bei der Beschäftigung. Alte Reifen, Tunnel, Schaukeln, Bällebad, Hunde,-Katzenspielzeug. Sie freuen sich über alles.

Natürlich werden auch isolierte Schlafhäuschen mit Kuschelmaterial benötigt.

Waschbären sind Allesfresser, je nach Standort ernähren sie sich meist zu 40 Prozent von Wirbellosen Tieren und einem Drittel pflanzlicher Kost. Kleinere Säugetiere stehen auch, aber selten, auf ihrem Speiseplan. In den USA sind ernähren sie sich vermehrt von Flusskrebsen, aber auch gerne mal von Honig und Bienen. Weitere Wissenswerte Informationen über die Ernährung des wilden Waschbären findet ihrhier.

Unser Hausbär sollte ähnlich ernährt werden. Viele füttern als Grundfutter ein hochwertiges Hundefutter und erweitern dieses durch Obst (Wassermelone, Apfel, Birne, Beeren, Banane…)  Gemüse (Paprika, Gurke, Brokkoli…) Nüsse (Erd,-Hasel,-Walnuss auch mit Schale oder Maronen), Insekten und Ei.

Andere lassen das Hundetrockenfutter weg und füttern als tierische Quelle nur Eintagsküken, Mäuse, Innereien, Fleisch(ausser Wildschwein,Schwein).

Als Leckerlies sind Datteln, getrocknete Feigen, Quark oder mal ein Butterkeks sehr begehrt. Natürlich nur selten, da aus zierlichen Bärchen schnell stattliche Bären werden können.

Waschbären müssen zudem geimpft werden. Als Schutzimpfung gegen Staupe, Tollwut, Leptospirose, Parvovirose und Tollwut hat sich die handelsübliche Impfung für Hunde bewährt zB. Vanguard 7.

Hannover/Harz